2001 - Die Mädels

Kurz zurück ins Jahr 2001 und nach Spanien:

Nach meinem Verhältnis mit jener in diesem Jahr erwähnten „Marina“ hatte ich ein Verhältnis mit einer „Sabine“, die im selben Haus wohnte wie ich, damals im 6. Stock in unserer Südstadt. Sabine, eine total nette Person, Rundfunk- und Fernseh-Assistentin, intelligent und mit gutem Humor, aber – weshalb auch immer – nicht wirklich „spannend“. Die hatte fürs Frühjahr unsere Urlaubsreise zu einer Urbanisation in einem Ort namens Santi Petri, in der Nähe von Cádiz gebucht, mit  Unterkunft in einem ordentlichen Hotel mit Frühstücksbuffet, Swimmingpool und direkter Strandnähe. (Ich hasse solche Örtlichkeiten!)

Kurz vorher auf einer Party hatte ich jedoch Gefallen an einer irgendwie „spannenderen“ Sängerin gefunden. Na ja, Sabine und ich jedenfalls in dieses Ressort-Hotel, was mir aber von vornherein missfiel. Ich reise oder fliege lieber aufs Geratewohl irgendwohin, miete mir ein Auto und suche Plätze, Orte, die mir gefallen, die es zu entdecken lohnt. Immerhin, wir haben stets nach diesem langweiligen Frühstücksbuffet sofort dieses Ressort verlassen und sind mit unserem Mietwagen herumgefahren, bevorzugter Ort „Cádiz“, 20km entfernt.

So kamen wir zum ersten Mal in dieses wunderbare Städtchen, wo zumal gerade eine „Erizada“ stattfand, ein Stadtfest, den Seeigeln gewidmet. An allen Ecken und insbesondere am zentralen Markt gab es Berge von Seeigeln zu verzehren, für mich und sogar für Sabine ein spezieller Genuss, dieser Geschmack nach Jod und Meer der darin befindlichen Eier. Man ließ die aufschneiden, d.h. die Verkäufer säbelten die Unterseite dieser Karkassen mit einem Machete-artigen Messer ab und es kamen diese orangenen Spuren des zum Großteil essbaren Inhalts dieser Meeresgeschöpfe zum Vorschein. Alles auf einem Plastikteller platziert ging man in die nächste Bar, bestellte sich Getränke und löffelte diese orangenen Eiersegmente heraus. Davor oder danach eine Runde durch die Cádizer Markthalle entlang der Vielzahl von Mariskerien (Fischstände), ein schieres Meeresfrüchte-Paradies!

Ich ertappte mich dabei, bisweilen unbemerkt diese Sängerin anzurufen, mich mental auf das prophezeite, erste intime Treffen mit ihr vorzubereiten, und dieser ansonsten merkwürdige Ressort-Urlaub endete damit, dass ich die Sabine verlassen musste. Ich hätte mich nie an solch einem Ort einquartiert!

Zurück daheim entpuppte sich die Sängerin hingegen als absolute Sexomanin. U. a. stand sie darauf, sich mit Plastikhandschellen an die Bettpfosten ketten zu lassen oder unter meinem Schreibtisch zu tauchen und es mir von da aus zu besorgen. Verdammt nochmal, das hatte zwar etwas „neues“, ungewohntes, aber ich kam mir über diese Zeit oft vor wie „im falschen Film“.

Gegen Ende hatte sie dazu begonnen, eine unsinnige Eifersucht zu entwickeln. Ich musste mehrfach feststellen, dass sie in meinem Handy oder in meinem Computer spioniert hatte. Du machst das Ding an, und da ist auf einmal etwas anders auf dem Bildschirm als vorher, als du ihn ausgeschaltet hattest. Das war dann das AUS. Wir waren zweimal auf Formentera gewesen, und danach bin ich halt wieder allein dahin und es kam dazu, eine mehr als interessante Pariser Französin namens Ines Diarte kennen zu lernen. Ihr Nachname gab ihr Recht, denn sie war Künstlerin, in skulptorischen Dingen unterwegs.