2013

2013 – ein wichtiges Jahr


Das Jahr 2013 sollte uns nun extrem weiter hinauf in den Gitarrenhimmel katapultieren.

Und wieder NAMM-Show

Wenn man sich länger in Spanien aufhält, fällt einem auf, dass in L.A. viele Namen von Straßen und Plätzen spanischen Ursprungs sind (Alamo, Katella, Balboa, San Francisco, Santa Barbara, California, Florida etc.), weil Kalifornien ja nun mal von den Spaniern entdeckt wurde – und dazu liegt Mexiko gleich um die Ecke. Fast alle Menschen, die hier unter amerikanischer Fuchtel untergeordnete Arbeiten verrichten (Hotelpersonal, Kellner etc.) sind Mexikaner, die in der Hoffnung auf einen besseren Verdienst ihr wunderbares Land verlassen haben. Und sie kaufen sich die Packungen in den Supermärkten, Packungen, die im Allgemeinen doppelt so groß sind wie bei uns.

Und da fällt mir direkt wieder diese Geschichte ein, wie wir – meine spanische Lebensgefährtin Paloma und ich – eines Tages mit einem von Nathan’s Messehelfern essen waren und ihm erzählten, dass wir von Madrid aus einen Direktflug nach Mexico City hatten, da ein paar Tage verweilten und dann den Flieger nach L.A. nahmen. Von da nach der NAMM wieder dorthin zurück, um für weitere Wochen Mexiko zu erkunden. Dieser Mann namens Bob schaute uns ungläubig an und äußerste, dass Mexiko doch extrem kriminell sei und man dort ganz leicht „gekillt“ werden könnte. Auf Palomas Antwort, dass einem solches doch auch „ganz leicht“ in L.A. passieren könnte, entgegnete er: „Aber in L.A. bringen sie dich wenigstens „zivilisiert“ um“.

Omeiomei, obwohl Bob wusste, dass meine Freundin Spanierin ist und wir beide in Spanien leben, stellte er uns die Frage: „Und wie macht Ihr das mit der Sprache, wie verständigt Ihr euch mit den Mexikanern?“ Unfassbar, dieser Ami wusste nicht mal, dass „mexikanisch“ = „spanisch“ ist!

Am Namm-Sonntag findet in Costa Mesa eine kleine Vintage Guitar Show statt. Und – man fasst es nicht – direkt nebenan veranstalten sie eine riesige Waffen-Messe. Da kommen die Typen raus mit riesigen Pistolen, Flinten und Maschinengewehren, dass man echt Angst bekommt.

In Sachen NAMM ...

Alles beim Alten, hier ein paar Fotos ...


Und wieder ein glamoröses Ballroom Konzert mit Mike Campbell. Special Guest war dieses Mal „Orianthi“, eine versierte Gitarristin, PRS-Endorserin, die u.a. mit Michael Jackson gespielt hatte und es sich nicht entgehen ließ, auch mal eine Duesenberg anzutesten.


Nathan’s Showroom

Nathan hatte dank gut gehender Geschäfte in Fullerton ein zusätzliches Showroom-Lokal angemietet und sich auch gleich noch eine imposante Harley Davidson mit einer ca. 1000 Watt Lautsprecheranlage zugelegt. Das Lokal war noch nicht ganz fertig, aber man konnte schon Eindrucksvolles erwarten. Die Wände aus Klinkersteinen, dicke Teppiche, pompöse Ledersessel und Couches. Alles etwas schwülstig amerikanisch, aber „dicke Hose“ kann im Amiland durchaus angebracht sein. Und Nathan kennt seine Pappenheimer natürlich besser als wir etwas anders gepolten Deutschen.

Frankfurt

Unser Stand war erstmals aufgeteilt in zwei Abteilungen: Duesenberg und Göldo-Guitar-Parts. Neuvorstellung der „Rusty Steel“ TV: Da tragen wir einen eisenhaltigen Lack auf, der alsbald oxidiert. Dann wird das ganze klar überlackiert, damit nichts auf das Bühnen-Outfit abfärbt. Und Andrej präsentiert eine „shadige“ Fullerton-Doppel-Cutaway.

Caribou

An diesem neuen Modell haben wir lange gesessen. Diverse Designs, symmetrischer, unsymmetrischer, diverse Pickup-Kombinationen, viel Kommunikation mit Ingo, „Das besser so nicht, das besser so!“ etc. Und letztlich ist jedenfalls diese Korpusform mit eingeleimtem Hals und 3+3-Kopfplatte entstanden. Ziemlich „surfig“ das Ganze, generell fußend auf amerikanischer Tradition. Und so wurde die auch gut angenommen.

Wandré Pickups

Ich konnte es einfach nicht lassen und habe die Wandre-Davoli-Pickups reproduziert. Und nicht nur originalgetreu sondern auch in einer Version mit einer höheren Kappe, sdass man in diesem Gehäuse alle möglichen Innenleben unterbringen konnte: Humbucker, P-90, Single Twins etc.

Wie unsere "Originators klingen, kann man bestens auf diesem Video hören und sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=1xlbF3VAtdI

Und es musste auch gleich ein neues Pickguard für meine Bikini-Gitarre her, die damit umso schmucker aussah.

Johnny Depp

Unser Nathan Fawley, unglaublich! Über den ersten Kontakt zu Tom Pettys Gitarrist Mike Campbell war Nathan urplötzlich in der Lage, ALLE Verbindungen zu quasi ALLEN Topstars herzustellen. Die Türen waren geöffnet! Über Alice Cooper, der gerade seine neue Band „The Hollywood Vampires“ gegründet hatte, kam er an Johnny Depp, zweiter Gitarrist neben Joe Perry. Johnny war vor seiner Schauspielerkarriere professioneller Gitarrist. Der hat sogar eine Zeit in Frankreich gelebt und sich den Gypsy-Jazz reingeschafft – also ein durchaus respektabler Musiker, der Mann. Alsbald sah man Fotos mit diesem karibischen Piraten, eine „Mike Campbell Signature TV“ spielend. Und kurz darauf hat Nathan Johnny angeboten, eine ganz spezielle Gitarre für ihn zu kreieren. Der „Pirat“ hat gesagt: „Jawoll!“. Dabei war das keineswegs unser Anliegen, sein Piraten-Image „auszuschlachten“. Auf solch nahe liegenden Ideen kommen vielleicht andere Firmen, aber nicht wir!

Erste Ideen:

Bridge: Unsere schlanke Wrap-Around-Bridge mit Tunamatic-Abstand?

Tattoos = super Idee! Aber wie und wo die unterbringen?

Erste Idee: Eine Art Bootsplanken-Holz-Optik – Tattoos eingravieren.

Nächste Idee: Eine Aluplatte auf dem Top, mit ein paar eingravierten Motiven?

Das wars: Johnny war begeistert von dieser Idee und gestattete, dass man erstmal Fotos von all seinen Tattoos machte. Ein Typ aus Hollywood, der für Disney arbeitete, hat die gemacht und sämtlichst in einem Programm wie Photoshop „freigestellt“ und grafisch vektorisiert.

Jawoll, ein ureigenes Gitarren-Design, absolut jenseits von „Pirates of the Carribean“! Martin Huch hat dann diese Motive auf dem Alu-Top und auf der Body-Rückseite positioniert. Dazu hat dann Toño, Graphiker und Bassist meine Madrider Band  eine Art “Perlenkette” als Umrandung des Alu-Tops kreiert und die Gesamtgraphik vektorisiert, sodass die Gravur technisch reproduzierbar umgesetzt werden konnte.

Und auch ein spezieller JD-Pickup musste her. Wir kamen zu einer P-90-artigen Konstruktion mit 6300 Wicklungen (sein Geburtsjahr 63 plus einer Zusatz-Wicklung von weiteren 1963 Turns (entsprechend seinem Geburtsjahr 1963) für mehr Output, per Schiebeschalter anwählbar. Dazu hatte ich ja kurz zuvor im „Vintage-Wahn“ eine „neue“ Tonabnehmer-Kappe im Design der konischen legendären, italienischen Wandré-Pickups reproduziert. Die hatte allerdings originalgetreu einige Rhomben-förmige Erhebungen auf der Oberseite, was wir für Johnnies Gitarre nicht brauchten. Kurzum haben wir in ein weiteres Werkzeug für eine Kappe mit planer Oberfläche in derselben Außenform investiert. Solche Stanz- und Drückwerkzeuge für Kappen aus Neusilber kosten ein Heidengeld, aber uns war in diesem Falle nichts zu teuer.

Und da war sie, die Duesenberg Johnnie Depp Signature Gitarre, limitiert auf 52 Exemplare. Davon haben wir 40 Instrumente ratz fat verkauft, bis auf eben zwölf Gitarren für Johnny. Davon hat er einige an Leute wie Keith Richards, Bob Dylan etc. verschenkt. Und Johnny gestattete auch, dass wir eine unlimitierte, leicht geänderte Version weiter führten, quasi dieselben Features, aber die Graphiken anders angeordnet, natürlich unsigniert, und ohne sein Tattoo auf der Body-Rückseite.

Wir kamen im Gespräch auf einen seiner letzten Filme „The Rum Diary“, während dessen er unseligerweise diese weibliche „Hauptdarstellerin“ Amber kennengelernt hatte. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Hunter S. Thompson – für meinen Geschmack Hunters bestes Werk, wobei dieser eher durch sein Buch „Angst & Schrecken in Las Vegas“ berühmt wurde. „The Rum Diary“ habe ich mal zu zwei Dritteln ins Deutsche übersetzt, weil ich vorhatte, es in meinem kleinen Verlag „Panama Publication“ zu publizieren. Leider hatte sich kurz vor Ende ein anderer deutscher Verlag die Rechte gesichert. Der Film hatte mir jedenfalls nicht wirklich gefallen, weil das Drehbuch in wichtigen Punkten stark vom Original abwich. Insbesondere hatte man Johnny und einen anderen, sehr wichtigen Typen zu einer Person verschmolzen. Johnny spielte ja auch im Film „Angst & Schrecken in Las Vegas“ die Hauptrolle und war seitdem ein derart guter Freund Hunters, dass er sogar dessen spektakuläre Beerdigungs finanziert hat, nämlich Hunters Asche per Kanone über sein Territorial  verschießen! Johnnie wusste jedoch aus erster Quelle zu berichten, dass sich Hunter darselbst in seinem Buch in jene beiden Typen personifiziert hatte. Na ja, der Film war jedenfalls kein großer Erfolg – womöglich auch aufgrund der Qualitäten der „Hauptdarstellerin“. Aber lest unbedingt dieses Buch!

Beim vorletzten College-Konzert wurden im Backstagebereich jede Menge Joints geraucht und ich konnte es nicht lassen zu partizipieren. Wow, das war ein heftiges Zeugs, insbesondere für mich als Nicht-Kiffer. Irgendwann drehte sich alles. Aber immerhin: ein Joint mit Johnny Depp!

weiter 2013

Shanghai

Man sollte sich als Geschäftsmann nicht von der Schönheit der Mitarbeiterin einer Firma zu unüberlegten Geschäftsanbahnungen verleiten lassen!

Die einzige China-Connection, die wir jemals hatten, ergab sich anlässlich eines Besuchs der Messe in Shanghai. Mal gucken, was da abgeht in China! Die Chinesen sind ja zu reichlich Geld gekommen, und vielleicht konnte man hier einen Duesenberg-Importeur finden. Auf der damals schon unüberschaubaren Messe entdeckten wir zufällig eine Firma, die eine Replik des bislang besten „Fender“-Schalters anbot – eben jenen Schalter mit der kleinen Zugfeder, den wir seit jeher von unserem amerikanischen Lieferanten bezogen.

Allerdings wurde er von Jahr zu Jahr teurer, obwohl er mittlerweile – laut OEM-Verpackungs-Aufdruck – in Mexiko gefertigt wurde: „Made in Mexico“ war da zu lesen … Das konnte diesen extrem hohen Preis überhaupt nicht mehr rechtfertigen. Aber so sind sie, die Amis, voller Raffgier. Und diese Chinesen, die auf ihrem Stand eine unglaublich attraktive Sales-Managerin hatten, erschienen uns in diesem Moment als super Gelegenheit, uns für den völlig überhöhten US-Preis zu rächen. Also haben wir Muster bestellt. Das Resultat: obwohl alles originalgetrau reproduziert aussah, war bei diesen Schaltern die Mittelstellung nicht exakt in der Mitte und die Kontakte hatten nicht nur Ausfälle, sondern der eine oder andere Schleifer bewegte sich an den Kontakten vorbei. Also doppelt ärgerlich und wir mussten bei den verdammten Ami-Mexiko-Schaltern bleiben.

Madrid

Ende September rief Raimundo Amador an und fragte, ob ich ihm für einen Auftritt in der Sala Sol (wichtiger Live-Laden in Madrid) Instrumente und Amps ausleihen könnte. Kein Problem. Ich hatte ja allerlei schöne Sachen in meiner Schallkabine. So auch einen AC30-Nachbau-Topteil, den mir ein Argentinier namens Pablo Kahayan, ein Crack, der in der Umgegend Madrids wohnt und u.a. auch Spezialist für Studiotechnik ist, gebaut hatte. Und dieser Amp hatte auch Hall. Am „regulären“ AC30 hatte mich schon immer Größe, Gewicht und der fehlende Hall gestört. Aber der Sound mit diesen EL84-Röhren ist einfach saugeil. Aber das alles nur am Rande …

Wir luden das ganze Zeugs in Raimundos Transporter und kamen ins Gespräch. Dabei erwähnte ich eine Zufallsbekanntschaft mit einer Fotografin, die den in Spanien sehr prominenten „Chechu“ kannte und ihm auch gleich die Duesenberg-Website ans Herz legte.

„Den kenne ich sehr gut, ist Fan von mir.“, erklärte Raimundo. „Der macht auch Musik. Ich rufe ihn gleich mal an, damit er auf unser Konzert kommt!“ Abends dann ein heißes Blues-Konzert. Und da lernte ich den Mann mit dem Spitznamen „Chechu“ kennen.

EIN MANN MIT DREI NAMEN

Chechus Künstlername ist „El Gran Wyoming“. Der gebürtige José Miguel Monzón Navarro. ist der politisch wichtigste Mann in Spanien, Stellenwert wie vielleicht heute in Deuschland die „HEUTE-SHOW". Harald Schmidt wäre vielleicht auch ein Beispiel, aber der war weniger politisch. Chechu hat jede Woche abends von 21.30 Uhr bis 23.00 Uhr eine Fernsehshow, in der er mit mehreren Mitstreitern das politische Geschehen dieses Landes mt ätzendem Humor zerfetzt. Und in Spanien, mit seiner Franko-faschistischen Vergangenheit, die unter den Rechts-Parteien immer noch anhält, gibt es jede Menge unglaubliche Geschehnisse, die in die Öffentlichkeit kolportiert werden müssen: Korruption, Schmiergeldaffären, kriminelle Machenschaften. Der Rechtspartei „PP“ – „Partido Popular“ wird  aus meiner Sicht zurecht vorgeworfen, eine Mafia-artige Organisation zu betreiben. Ich könnte Geschichten ohne Ende erzählen – vielleicht später. Aber zurück zu Chechu: Dieser Mann ist ein absolutes Multi-Talent, dabei Musiker, Sänger und Gitarrist in seiner Band „El Gran Wyoming y los Disolventes“. Und Paloma pflegte jeden Vormittag die Mitschnitte seines Vortags-Programmes in ihrem Computer anzuschauen und lachte sich dauernd kaputt über dessen Boshaftigkeiten.

Concierto en la Sala Sol

Raimundo spielte mit einer Session-Formation. Irgendwann riss ihm eine Saite, und ich wurde gewahr, dass jener berühmte Chechu sich nicht zu schade war, Raimundos Gitarre zu nehmen, hinter die Bühne zu gehen und ihm eine neue Saite aufzuziehen. Wow! Was kann man man denn Besseres von einem Menschen erwarten?

In der Pause habe ich mich ihm vorgestellt: „Dieter, Duesenberg-Gitarren. Würde mich freuen, wenn Du mal in meinem Geheimlabor im Stadtteil Ventas vorbeischaust.“

Und der kam tatsächlich wenig später mit zwei befreundeten Musikern vorbei, um einige Duesenberg-Gitarren zu erwerben. Einer war übrigens ein gewisser Carlos Vega, Architekt und Bruder des Antonio Vega, verstorbener Superstar in Spanien. Über diese Gitarrensache haben wir uns jedenfalls bestens angefreundet. Künftige exzessive Fress- und Trinkgelage in unserer Hochparterre-Küche, gemeinsame Restaurantbesuche etc. waren die Folge.

Chechu hat ein schönes Ferienhaus in einem Ort namens Zahara de los Atunes, welches er uns oft gratis zur Verfügung stellte. Zahara liegt an der Atlantikküste zwischen Tarifa und Càdiz, ein ehemaliges, idyllisches Fischerdorf, wo es sich für ein Weilchen sehr gut leben lässt. Von da sind wir öfter mal nach Càdiz gefahren mit dem Ergebnis, uns in diesem wunderbaren Städtchen alsbald ein Haus im alten Zentrum zu suchen.

Und dieser Mann schreibt nicht nur politische Bücher, sondern ist außerdem ein sehr talentierter Schauspieler und taucht praktisch in allen Filmen meines Lieblingsregisseurs Alex de la Iglesia auf, den ich in Zahara glücklicherweise mal kennenlernen durfte, weil der da neben allerlei wichtigen Mediengrößen ein Haus hatte. Beste Filme, sehr gut deutsch synchronisiert: Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod, Perdita Durango (mit Javier Bardém), „Der Tag der Bestie“ (Muertos de Risa).

Und um es hier gleich vorweg zu nehmen: Chechu hatte eine Ice-Pearl und eine Mike Campbell-II erworben. Beide tauchten bisweilen in seinen Shows auf, wenn er da zwecks besonderen Events etwas mit seiner Band den „Insolventes“ zum Besten gab. Aber damit nicht genug! In all den Monaten der Corona-Krise, in denen sie ihr Programm internetmäßig aus den Wohnungen der Akteure sendeten, stand jeden Abend einen halben Meter rechts hinter ihm die rote MC-II im Bild. Viel bessere Gratiswerbung kann man kaum haben. Chechu! Tausend Dank!

Chris Jagger

Wir hatten ja in den 80ern die extrem exotischen Staccato-Bässe des Chris Jagger mit mäßigem Erfolg in Deutschland zu verkaufen versucht. Dennoch hat sich daraus eine bis heute immerwährende Freundschaft entwickelt, aus der ja auch resultierte, dass dieser Bruder des Mick unsere Pearl-Top-Gitarre zum Ron Wood gebracht hatte, was uns u.a. unseren internationalen Erfolg brachte. In Madrid hatte ich Bekanntschaft mit einer Stones-Fangruppe gemacht, Musiker, die unter dem Namen „Angel Slang“ zwei CDs produziert hatten, die extrem nach „Stones“ klangen, wirklich gut gemacht! Aber wie das so ist, hatten die mich ausspioniert, um mit mir eine Verbindung zu den Stones zu schaffen. Zudem gab es da noch einen Kunstmaler, der sich „Abdul Bas“ nannte und diverse AC/DC-Bilder etwa im Sebastian-Krüger-Stil gemalt hatte, mit der fixen Idee, man könnte doch in Madrid eine Ausstellung mit Werken von Ron Wood und den seinen Werken organisieren. Doch Abduls Kunst war eher von minderwertiger Qualität. Und so stieß das sofort auf Chris Jaggers Widerwillen. Um ihn aber weiter zu einer „Zusammenarbeit“ in Sachen Ausstellung zu motivieren, bot man ihm Konzerte mit seiner Band Atcha in Madrid an. Chris Jagger, obendrein nicht faul, Madrid klang auch gut, und trotz seiner Bruderschaft mit Mick Jagger im Musik-Business nicht gerade hoch gehandelt – obwohl ein echt guter Sänger und Musiker – willigte ein und kam mit einer kleinen Besetzung in die spanische Hauptstadt. Ihn quartierten wir in unserem Sotano im Boxring-Bett ein und seinen Kontrabassisten und seine Violonistin in Palomas derzeit leerstehenden Appartement nahe der Stierkampf-Arena ein. Knappe Gage, viele Kosten gespart!

etwas Technik ...

D-BASS

Seit jeher haben wir wesentlich mehr Gitarren als Bässe verkauft. Das könnte daran liegen, dass ich eben kein Bassist bin, obwohl des Bass-Spielens durchaus mächtig. Ingo ebenso. Und wir wissen auch eine Menge darüber, wie ein guter Bass sein sollte. Oder es liegt daran, dass wir nie Bässe mit aktiver Elektronik konzipiert haben, weil – wie Bill Lawrence schon sagte: „Ne Batterie jehört inne Taschenlamp!“? Und dieser vernichtende Satz hat durchaus seine Berechtigung: Du spielst mit einem aktiven Instrument einen Gig, plötzlich ist die Bakterie alle, was Dir mindestens eine unangenehme Auszeit beschert, um diese auszuwechseln. Dazu gibt es seit über einem halben Jahrzehnt passive Bässe, die hoch im Ansehen der Bassisten stehen. Wenn man darauf aus ist, bestimmte Frequenzen zu „verbiegen“, so kann man das doch auch am Amp oder gar an einem Bodentreter machen!

Und ein gutes Beispiel: unser Starplayer Bass. Geringe Stückzahlen, aber so ziemlich jeder, der diesen Bass besitzt, ist total glücklich damit. Auch Bassisten wie Ron Blair (Tom Petty) oder Luis Mayol (Vargas Blues Band) bevorzugen diesen Bass.

Trotzdem Bakterie!


Mike Campbell gelüstete es, direkt an seiner Gitarre einen in der Lautstärke einstellbaren Booster zu haben, den er direkt per Fingertip für übersteuerte Solis einschalten konnte. Die Gitarre musste natürlich, wenn der Booster inaktiv war, trotzdem „normal“ spielbar sein.

CLIP-HAUS Tuners

Wie ganz am Anfang schon erwähnt, hatte jener Robert Kolb diese später vom Herrn Schaller kopierte Stimm-Mechanik entwickelt, bei der der Schneckenschaft mit einem Federstahl-Clip gegen das Zahnrad gepresst wurde, was eine spielfreie Gängigkeit der Mechanik zur Folge hatte. Eine Konstruktion, die auch 50 Jahre später immer noch genauso perfekt funktionierte und auf vielen Guild, Framus und sonstigen Fabrikaten zur Verwendung gekommen war. Trotz dieser genialen Idee gab es wie bei vielen deutschen Entwicklungen auch hier technische, optische und dimensionale Unzulänglichkeiten. Ein guter Grund, diese Sache neu aufzurollen.


Also: Grundkonstruktion prima, aber eineneuzeit-taugliche Version davon erstellen! Diese alte 60er-Jahre Konstruktion ins neuzeitliche Design umzuwandeln, war eine echte Sisyphos-Arbeit. Verschieben und modulieren der Maße um zehntel Milimeter, dann das Dekor des Abdeck-Federblechs mit Kluson-typischen Linierungen, dann die Position des Loches in der Mitte der Kappe, aus dem das Saitenende gemäß unseres Patents durch den Mechanikenschaft austreten konnte. Einige Wochen sind dabei drauf gegangen, woraufhin wir dann ein neues, extrem ausgefeiltes Patent angemeldet haben.

Wing Inlays

Da haben wir mal eben aus dem hinteren Teil unseres D-Logos schicke, neue „Wing“-Inlays generiert.

Sound-City - Rick Springfield

Es gab einen Film über ein berühmtes Aufnahmestudio in L.A. Und da taucht doch ein gewisser Rick Springfield mit unserer Senior-Gitarre auf. Wer ist dieser Mann?

Publicity

Die riss nicht ab. Ein neues Feature über ein Bob-Dylan-Buch – der Bob wieder mit unserer Gitarre. Und ein weiteres über Tom Petty, wo man in seiner Gitarrenstativ-Reihe zwei unserer Duesen erblicken konnte. Nochmals Danke sehr!

Dezember – Göldo-Duesenberg-Weihnachts-Fiesta

Auch mal wieder schön, zur Duesenberg/göldo-Fiesta in Hannover zu sein. Schon wieder jede Menge neue Mitarbeiter in der Firma, die ich bis jetzt nicht zu Gesicht bekommen hatte.