2014

Zum Sylvester war ich mit Paloma in Palermo, Sizilien. Einer der besten Orte, um die Jahreswende zu verbringen! Davon ab gibt es da etwas außerhalb des Zentrums eine Art unterirdischen Friedhof, Katakomben eines Kapuzinerklosters aus dem 16ten Jahrhundert, in denen über 2000 Personen bestattet worden sind. Aber nicht in Särgen, sondern mumifiziert, bekleidet, stehend oder sitzend. Das ist schon etwas gruselig, und die meisten weiblichen Besucher gehen da gleich wieder raus. Außerdem ist das Fotografieren verboten, was mich aber nicht davon abgehalten hat, allerlei Schnappschüsse zu machen. Den beiden Mumien hier auf dem Foto habe ich dann diesen netten Text in den Mund gelegt. Wurde aber von unserer Werbeabteilung als Anzeigenmotiv abgelehnt und so leider bis heute nirgendwo publiziert.

NAMM

Auf diesem Ovations-Foto ein Johnny-Depp-Sondermodell mit Tremolo, das er ziemlich oft einsetzte. Und immer nette Leute auf diesem viertägigen Treffen!




Die Eagles in der Forum Arena

 

Anstatt Kunden und Distributoren am Freitag in sein Lokal in Fullerton einzuladen, hatte Nathan die glorreiche Idee, eine Hummer-Stretch-Limousine samt Fahrer zu mieten und uns auf ein Konzert der Eagles in der „Forum-Arena“ in Inglewood zu karren.

Es war ein durchaus erhebendes Gefühl, den Eagles von der Tribüne aus zu lauschen und mein Herz hüpfte Meiomei, Du sitzt auf der Tribüne, lauschst den Eagles, freust Dich jedes Mal, wenn Joe Walsh, Glen Frey oder der Bassist auf der Video-Leinwand mit einem Duesenberg-Instrument erscheinen. Und wir kamen ins Gespräch mit den beiden Girls in der Reihe vor uns, die derart begeistert davon waren, uns, die Urheber dieser andauernd auf der Bühne gespielten, fantastischen Instrumente kennen zu lernen, dass es beinahe noch zu einem Techtelmechtel gekommen wäre.

Ach, und beim Joe konnten wir anschließend noch auch vorstellig werden. Ein korrekter Abend …


College-Event mit Johnny Depp & Co.

Wie jedes Jahr veranstaltete Duesenberg auch dieses Mal zusammen mit 65Amps, TonePros, American Hot Rods Inc., Tatuaje, Sapporo und dem Fullerton FMC Museum die schon traditionelle Imperial Ball-NAMM-After-Show-Party. Während die in den letzten Jahren in Fullerton stattfand, sind wir in diesem Jahr in die Schulhalle der Servite High School in Anaheim umgezogen.

Den folgenden Text hat Andrej Lillak damals für unseren Blog geschrieben. Dabei muss ich gleich vorwegnehmen, dass mir während des ganzen Konzerts mindestens zur Hälfte die Stimmung verhagelt war, was ich weiter unten näher erklären werde.

Andrej's Blog

(Martin Huch saß übrigens mit seinem Backstage-Pass in erster Reihe und hat eine Unmenge sensationeller Fotos gemacht.)

Sobald man die Halle betrat, war die Welt eine völlig andere. Duane Mayer von American Hot Rods supportete die Party, indem er eine Auswahl seiner coolsten Hot Rod Cars Autos rund um den Veranstaltungsort platzierte. Und auf die Bühne hatte er sogar einen blauen 40′s Chevy gestellt.

Die gesamte Location war einzigartig, seltsam und gleichzeitig echt echt cool. Understatement und Übertreibung gaben sich hier kurioserweise die Hand.
Und das Verrückte war, dass alle Anwesenden auf einer simplen Highschool-Bühne eine Auswahl der Creme de la Creme der größten Künstler dieser Welt zu sehen bekamen.

Der Fullerton-Blues-Mann „Bubba“ spielte den „Warm-up“ mit seinem sehr geschmeidigen Texas-Blues im SRV-Stil. Viel Ton und Gefühl – absolut erstaunlich. (Foto von einem anderen Konzert)

Mike Campbell & The Dirty Knobs

Dann hob sich der Vorhang für den ersten Teil der Show. Ich starrte wie gebannt auf die Bühne, als Mike Campbell & The Dirty Knobs eine Show vom Feinsten abzogen, inmitten zweier glänzender Hot-Rod-Boliden. Dabei spielte Mike meistens seine Duesenberg Mike Campbell II Signature-Hollowbody-Gitarre. Die Dirty Knobs hatte ich noch nie live gesehen und war vom Ambiente und Sound der ganzen Show äußerst beeindruckt. Intellektuelle Songs und extrem gut artikuliertes Gitarrenspiel, und darum ging es ja bei dieser Show - "She Likes To Lick My Finger" war mein persönlicher Favorit, der bei mir immer noch im Kopf nachhallt.

Vielen Dank, Mike!
 Es war mir eine wahre Freude!

Anschließend kam Marilyn Manson auf die Bühne. Nun kann man über Manson sagen und denken, was man will, aber dieser Mann hat eine Art rohe Energie in sich, die nur wenige Menschen aufbringen. Absolut kraftvoll, absolut schockierend und absolut erstaunlich. Es war buchstäblich eine Art "Weckruf", dass diese Nacht weitaus interessanter verlaufen würde als erwartet.

Nachdem der letzte Akkord seines Songs "The Dope Show" durch den Raum vibrierte, trafen zwei Worte die Menge wie ein Baseballschläger. Wahrscheinlich haben nur wenige Besucher vom eigentlichen Star des Abends etwas gewusst: Der Typ auf der Bühne, das war Johnny Depp. Der Name fiel und die Menge kochte.

So cool wie er auf den Leinwänden dieser Welt ist, so cool ist er auch auf der Bühne. Johnny Depp weiß definitiv, wie man cool ist. Als Musiker war er an diesem Abend sympathisch und gekonnt zurückhaltend. Als einer von drei Gitarristen auf der Bühne wusste er, wie man die richtig geilen Töne zum richtigen Zeitpunkt setzt.

Aber bei dieser Show ging es nicht (nur) darum, sein Können zu beweisen – es ging viel mehr darum, Spaß auf der Bühne zu haben und die Energie des Ganzen zu genießen.

Angesichts der Frontmänner, die Johnny nacheinander auf die Bühne holte, war Energie ein Selbstläufer. Kaum jemand wussten wer sich Mr. Depp auf der Bühne anschließen würde. Und als Marilyn Manson erneut die Bühne betrat, war klar, dass dieser Abend einige Überraschungen bereithalten würde.

Dann kam Alice Cooper dazu. Überragend lächelnd und bereits seinen berühmten Spazierstock schwingend begann er die Show-Einlage mit einer Interpretation des Doors-Agit-Prop-Songs "5 To 1″, gefolgt als Medley mit dem Doors-Song "Break On Through". Ich würde mich nicht unbedingt als Alice-Cooper-Fan bezeichnen (vor allem, weil es nicht mein Jahrzehnt war), aber ich war absolut hingerissen von der Darbietung und dem ansteckenden Enthusiasmus, den dieser Mann entfesselte. Um seine Show zu toppen, schenkte er schließlich seinen Stock einer glücklichen Person in der Menge (sicherlich wird er ein ganzes Arsenal an Gehstöcken zuhause haben ...

Eines meiner persönlichen Highlights an diesem Abend war Coopers des Klassiker "School's out" und die Art und Weise, wie er ihn mit "Another Brick in the Wall" mischte - überwältigend.
 Youtube-Videos können wahrscheinlich nicht wiedergeben, was in diesem Moment geschah, aber man sollte es sich trotzdem ansehen.

Nach dem Set herrschte für einen Moment Stille und allgemeines Gemurmel Im Publikum setzte ein: „Was kommt als Nächstes? Kommt überhaupt noch was?“. Alice Cooper hatte die Menge zum Kochen gebracht und selbst über Manson hinaus einen kaum noch zu toppenden Energie-Level gesetzt.

Ein Techniker stellte einen Mikrofonständer mit einigen langen Bändern auf die Bühne. Jemand hinter mir schrie: "Du verarschst mich doch!“
 Alle die wussten, was dieses markante Stativ bedeutet, begannen zu klatschen und zu jubeln. Steven Tyler betrat die Bühne, ging auf das Mikrophon zu und krächzte, er müsse sich entschuldigen, weil er seit der Probe Probleme mit seiner Stimme habe.


Aber weit gefehlt und sofort brach die Hölle los. Er schrie, gestikulierte und tanzte auf der Bühne herum. Das Publikum war atemlos und berauscht von dieser Stimme. Ich dachte, er könnte bestenfalls ein oder zwei Songs auf diese Weise vortragen, aber am Ende sang er ein Set von fünf Liedern (davon eins ganz allein mit einer Westerngitarre). Und alle Songs waren bis zur letzten Note mit Kraft und Energie geladen.
So auch eine extrem coole und verrauchte Version von "House Of The Rising Sun", die im Aerosmith-Klassiker "Train Kept A Rolling" mündete.
 Und ohne Unterlass tanzte er und schwang seinen Mikrofonständer nach alter Rock'n'Roll-Manier über seinen Kopf. Ein totales Energiebündel - großen Respekt für diesen Beitrag!

Nach Steven Tylers letztem Song kamen Manson und Cooper zurück auf die Bühne und das gesamte Ensemble spielte den Beatles-Song "Come Together". Das war es dann. Die Menge war überwältigt - überall glückliche Gesichter. Jetzt betrat Nathan Fawley die Bühne, bedankte sich bei Johnny und allen anderen und sah erfrischend erleichtert aus, dass alles so gut geklappt hatte. So erhielt ich ein paar kleine Einblicke, wie es war, solch eine Show zu organisieren. Und glaubt mir – ihr habt keine Ahnung. Vielen Dank an Nathan und alle anderen, die die Show organisiert haben. Großartig gemacht!

Abschließend ließ Nathan seinen Sohn eine "Duesenberg Fullerton CC Hollow"-Gitarre auf die Bühne bringen, die auf der Rückseite von allen Akteuren des Abends signiert worden war. Und Nathan kündigte an, dass diese Gitarre versteigert und der Erlös an wohltätige Organisationen gespendet werden würde. Aber so eine Gitarre ersteigert man nicht so leicht. Ich habe einige wirklich große Augen in der Menge gesehen.
Die Gebote kamen immer schneller, und als das Höchstgebot bei 20.000 Dollar stand, fragte Nathan Ingo, ob wir eine Johnny-Depp-Signatur-Gitarre noch oben drauf legen könnten – Ingo nickte.
Schließlich erzielten beide Gitarren zusammen satte $ 36.000!

Nach und nach verließen die Gäste den Raum; plaudernd, lachend, manche betrunken, manche nüchtern, manche schweigend, manche erleichtert. 
Ich stand wie angewurzelt neben Ingo, Dieter, Martin und den anderen und ließ den Moment einfach ein paar Minuten atmen. Was für ein gelungener Abend!

Gelbe Karte!

So, das war Andrej’s Berichterstattung. Ich musste leider während der Versteigerung extrem ausrasten. Nathan konnte mir angeblich wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen keinen Backstage-Pass geben, weder mir noch Paloma noch meiner Tochter Jule, die auch mit von der Partie war. Und da erblicke ich doch weiter hinten auf der Bühne Nathans komplette Familie. Da habe ich ihn, als alle von der Bühne waren, erstmal richtig zusammengefaltet, sinngemäß: „Sollten wir nächstes Jahr wieder so ein Konzert veranstalten und Du kannst nicht sicherstellen, dass ich als Firmengründer Zugang zu allen Plätzen habe, wirst Du Dir Deine Gitarren von anderswo besorgen müssen.“ Ich war stinksauer und echt nah dran, diesen Mann in den Wind zu schießen. Nathan war stark verstört und hat mich dann sofort durch seine Frau am Musiker-Ausgang hereinholen lassen. Ja, vielen Dank auch …

Immerhin habe ich dann noch Johnny Depp getroffen, der gerade dabei war, die Räumlichkeit zu verlassen. Das war dann doch ein herzliches Treffen, und ich konnte ihm sogar eine DVD unseres Dooros-Formentera-Konzerts überreichen. Johnny steht ja auch auf die Doors. Martin hat die Übergabe fotografiert.


Paloma und Jule waren ebenfalls empört über Nathan, und die Beach-Oma rechts wäre es sicher auch gewesen!


Das war´s dann erstmal mit Los Angeles. Ich bin mit Paloma zurück nach Mexico-City geflogen. Wieder jede Menge Nerv auf dem L.A.-LAX-Airport.

etwas Mexico

Statement eines Mexiko-Urlaubers: "Hömma Alter, wir haben diesmal Mexiko gemacht. Alter, dat is dat Beste, wat Du im Januar, Februar machen kannst, konkret, mach Mexiko!"


Mexiko ist das am meisten spanisch anmutende Land Südamerikas, eher reich und mit jeder Menge uralter Kultur und auch moderner Industrie. Nur scheinen die Güter nicht allzu gerecht verteilt zu sein, daher herrscht mancherorts Armut und Kriminalität. Auch gibt es jede Menge Demonstrationen der Indignierten. Aber 98% der Kriminalität hat nichts mit den politischen Verhältnissen zu tun, sondern passiert beim Schmuggel von Drogen in die Vereinigten Staaten. Und vorweg: Wir sind nicht überfallen worden. Der Straßenverkehr in Mexico City ist allerdings „mörderisch“. Von daher empfehlen sich eher die öffentlichen Verkehrsmittel, wie Bus und Metro (besser als Taxi oder gar Mietwagen!). Meistgefahrene Autos: VW-Bus und Käfer, fabricado en Mexico! Nissan ist aber klarer Marktführer.

Schon nach kurzer Zeit hat man sich gewöhnt an die Landeswährung, Trinkgeldstrukturen, anders funktionierende Navigationssysteme im Auto und sogar an die abenteuerliche Fahrweise beim Stadtverkehr, die eine Mischung aus spanischem und italienischem Autofahren ist

Der Mexikaner an sich ist relativ gebildet, witzig, sehr hilsbereit und erzählt keine Scheiße, wie z.B. die sich wegen des Trinkgelds sabbernd anbiedernden US-amerikanischen Kellner.

Hört man uncharmantes Französisch, so handelt es sich dabei um Kanadier, die übrigens in Mexiko gewisse Vorrechte zu genießen schenen, während der gemeine Mexikaner bei der Einreise nach Kanada immer noch unglaubliche Schikane zu ertragen hat. Ach ja, auch zu Reifenpannen kann es kommen ... (was bestimmt kein rein mexikanisches Phänomen ist).

Doch – für mich – das Wichtigste: Essen und Trinken. Eine unglaubliche Obst- und Gemüsevielfalt (u. a. die wohl aromatischsten Tomaten der Welt). Die Margaritas und Mezcalitas schmecken super und sind sehr erfrischend. Wein gibt es eher nur in ausgesuchten Restaurants. Essen in allen Variationen – von sehr billig und korrekt bis sehr, sehr gut (Tacos mit Fleisch, Tomaten, Zwiebeln und Koriander als sehr preiswerte Variante). Aber in einigen Restaurants kommen sogar molekular anmutende Schäume zur Anwendung. Aber es gibt auch schräge Nahrungsmittel: Kleine Heuschrecken (Chapolines) deren Geschmack allerdings nur durch die beigefügte Chili-Salz-Mischung zustande kommt, die ansonsten angeblich proteinreich und gesund sein sollen), Ameisen-Eier - weiß, weich, teuer, geschmacksneutral und natürlich der Wurm im Mezcal. Die Limette ist fast überall sehr erfrischend dabei! Bier: Kein Corona, sondern besser Double X (2XX) oder Victoria, bitte sehr! Schildkröten: Jagd und Verzehr verboten. Kommen übrigens nur an geschützten Stränden zum Eierlegen an Land. Außerdem hat der Mexikaner in den Restaurants etwas Wunderbares, was wir nicht haben, und zwar eine Art "Stummer Diener" – sehr Platz sparende, etwa hüfthohe Ständer, auf denen man am Tisch seine Jacke, Tasche, Schal oder was auch immer ablegen kann. Superpraktisch!

Land und Leute: Je weiter man gen Süden reist, desto kleiner werden die Menschen. So jedenfalls mein erster Eindruck. Große Sprachunterschiede hingegen sind mir nicht aufgefallen, das „mexikanische“ Spanisch ist gut zu verstehen. Lediglich der manchmal „staunende“ Tonfall würde einem gebürtigen Spanier auffallen.

Von Mexico City aus sind wir mit dem Leihwagen südwärts gefahren, erstes Etappenziel: die Millionenstadt Puebla mit ihrem architektonisch wunderschönen Zentrum und jeder Menge Bars und Restaurants. Dann ging es weiter nach Oaxaca, mit etwa 250.000 Bewohnern eher eine Kleinstadt. Und immer noch rund 1.500 Meter über dem Meeresspiegel gelegen. Auch hier wieder ein schöner „Zócalo“ der Mittelpunkt der Altstadt (Plaza De La Constitución). Und ab und an Typen mit totalen Charaktervisagen, wie man sie nur aus Tarantino- und Rodríguez-Filmen kennt.

Weiter in südlicher Richtung wird es straßentechnisch schlechter: Man kann sich nicht gewöhnen an diese ewigen Schikane-Bumpers ("topes" oder "Reductores de Velocidad" genannt) – der Landstraßen und Dorfdurchfahrten. Für eine Autostrecke von 250 km ist man gut und gern schon mal sieben Stunden auf Achse. Da kann man den Hass kriegen, zumal viele dieser Schikanen ohne Vorwarnung auftauchen und man schreiend in letzter Sekunde bremst und mit Angst um die Stoßdämpfer und hoffentlich ohne mit dem Schädel ans Autodach zu schlagen, schwer gerüttelt über diesen fiesen Wulst rumpelt.

Aber schließlich wird man doch entlohnt, es wird tropisch: Dschungelgeräusche, irre Vogelschreie und endlich das Meer. Es wird windig. Wir sind in Puerto Escondido, ein Hotspot für Surfer aus aller Welt. Unfassbar breite, fast völlig leere Strände und dieses hübsche Dorf am Pazifischen Ozean. Mittags über 30 Grad heiß und nachts um die 25. Es spielen kanadische Blues-Bands und mexikanische Funkies. Und die Welt ist klein: Am Mischpult stand Paul, ein ehemaliger Duesenberg-Graph-Tech-Mitarbeiter, der auch mit dem Duesenberg-Patent-Sattel betraut war.

Adios Mexico, es geht jetzt heimwärts. In diesem Jahr gab es keine Direktflüge Madrid-Los Angeles, retour. Also morgens mit Aeromexico zurück nach L.A. Dort auschecken, die Koffer vom Band holen und bei American Airlines, der selbsternannten, wichtigsten Fluggesellschaft des wichtigsten Staates unseres Planeten die Flüge über London nach Madrid einchecken. So jedenfalls der Plan … Dann lässt man genervt diese hysterische Sicherheitskontrolle über sich ergehen, um sich darauf in einer Bar für den Flug einen gewissen Alkoholpegel angedeihen zu lassen. Etwa eine Stunde vor Abflug gehe ich mal eben die Anzeigetafeln checken: Flight canceled! Wir also geschockt zu einem AA-Service-Center, wo vier Pappnasen im Rentenalter an ihren Schaltern sitzen, drei davon am Telefonieren. In der Warteschlange ca. 20 Passagiere. Abfertigungszeit pro Person rund 30 Minuten.  - Dann ging der erste der vier AA-Rentner … und kam nicht wieder. Dann machte sich der zweite vom Acker., dem ich schon mal hinterher lief und brüllte "er solle seinen Job machen und die Leute da raus bringen!" Als sich der dritte anschickte zu gehen, bin ich dann völlig ausgeflippt – aber ohne rechten Erfolg. War ja klar. Vor uns in der Schlange war ein Holländer, der Deutsch sprach und mir signalisierte, dass ihm eine Heimflug mit Zwischenstopp London in Aussicht gestellt wurde – allerdings zwei Stunden später.

Endlich waren wir an der Reihe und ich beharrte auf einen Heimflug nach Madrid über das verheißende London. Das schien auch zu klappen, und wir verließen diesen schrecklichen Ort, an dem man übrigens nur in einem abgezirkelten Bereich ein alkoholisches Getränk zu sich nehmen durfte. Zwei Terminals zurücklatschen und zu Virgin Air. Dort schaute man fassungslos auf unsere Bordkarten: "Aber auf diesem Flieger ist doch gar kein Platz mehr frei!"

Herzinfarktnähe … Die AA-Pappnase hatte uns einfach zwei "Blanko"-Bordkarten ohne Sitznummer ausgedruckt und darüber hinaus bei Virgin niemanden informiert! Wir sollten dann aber sicherheitshalber bis 20 Uhr warten, ließ man uns wissen. Vielleicht sei doch noch etwas frei. So kam es dann auch tatsächlich und wir verließen Los Angeles mit etwa vierstündiger Verspätung. Dann noch eine Stunde Verspätung in London, sodass wir nach 34 Stunden Reisezeit um Mitternacht endlich in Madrid ankamen.

Joe Perry

Zurück zur Musik! Jawoll, Martins Fotos sind immer eine Freude. Nach der NAMM hat er auch noch den Aerosmith-Veteranen eingefangen. Was für ein exotischer Typ!

Rolling Stones - in Spanien seit jeher als "Los Rollings" benannt ...

Meiomei, wie konnte das alles sein? Wir, göldo und Duesenberg, sind mit all diesen Top-Acts verbandelt: Stones, Aerosmith, Mike Campbell, Hollywood Vampires, Peter Strout Eagles etc.

Pierre Debauford, Gitarrentechniker von Keith Richards, hatte auf den beiden vorderen Ecken des Schlagzeugpodests einen Aschenbecher montiert. Darunter angebracht ein Absaugschlauch, der den Zigarettenqualm per Industriestaubsauger unter die Bühne zog, damit Charly Watts, dem kurz vorher ein Kehlkopfkrebs diagnostiziert worden war, nicht weiter unter diesen Emissionen leiden musste. Und es gab auch keinen anderen Platz, wo man diese Ascher sonst hätte positionieren können. Pierre ließ mich wissen, dass seine Konstruktion zwar funktionierte, aber ob ich nicht vielleicht eine Idee hätte, das Ganze zu perfektionieren, denn in Kürze stünde ein Stones-Konzert im Madrider Bernabeo-Stadion an.

Das Hauptproblem bestand darin, dass diese Bakelit-Ascher zwar mit Klettband über dem darunter liegenden Austrittsloch fixiert waren. Aber das löste sich dauernd, und die Ascher bewegten sich vom Vibrieren des Bühnenlärms und blieben nicht in ihrer Position. Keith und Ronnie genossen zwar den Tabak- oder gar Haschisch-Konsum, aber Charlie war weiterhin genervt davon.

Ich kam auf die Idee, Ascher zu konstruieren, in deren Boden ein Stahlblech mit vielen kleinen Löchern eingelassen war. Dazu galt es, in den Tischchen einige kräftige Neodym-Magnete zu verankern, sodass man die Ascher einfach darüber anheften konnte. Klick und fertig und sekundenschnell zu entfernen. Die waren aus Bambusholz, und rundum hatte ich zwölf Edelstahlstifte eingebohrt, damit die Kippen nicht vom Wind weggetrieben werden konnten.

Ein Buch über die Stones, hier Ronnies Guitars!



Und unsere Lapsteels mit Multi-Bender waren auf ihrem Siegeszug nicht mehr aufzuhalten.




Der neue "Berlin-Amp", die Fullerton "Elite" und schöne Pearl-Tops

Rolllings Stones - Madrid - Bernabeo Stadion

Ende Mai bekam ich eine E-Mail von Pierre, ob ich denn die neuen Aschenbecher am Start haben würde. Klaro, alles bereits materiell vorhanden und bereit zu Installation!

Die Stones hatten ja schon immer eine gigantische Bühnenkonstruktion, die von Tour zu Tour noch aufwendiger wurde und einige Tage zwecks Aufbaus verlangte – vom Abbau ganz zu schweigen. Dann der Anruf, ob es denn heute passen würde – zwei Tage vor der Show.

Und so kamen Pierre, Michael "Derek" Phelps (Bass-Tech von Daryll Jones) und Ronnies Guitar-Tech Ken zu Besuch in meine Werkstatt in Madrid. Wieder mal hoher Besuch. Eigentlich hätten sie gerne auch Ronnie mitbringen können, den das bestimmt interessiert hätte.

Die schauten sich begierig um, und ich erklärte ihnen einige meiner in Arbeit befindlichen Projekte, wobei ich natürlich auch die Aschenbecher präsentierte. Und hier hatte Pierre, der sich als erstes in meinen Plexi-Hängesessel gefläzt hatte, die Idee,  Keith eine spezielle Gitarre auf den Leib zu schneidern. Keith betreibt ein eigenes Produktions-Label mit Namen „Mindless“, und sein Logo ist ein Totenkopf mit einem ovalen Loch im Schädel, weil Keith sehr richtig weiß, dass eben viele Leute im Kopf ein großes Loch haben. So konstruierten wir am Computer gleich mal brainstorming-mäßig einen Korpus in etwa der Form der Caribou, aber „reverse“ und mit diesem Logo drauf, die Außenkanten Reggae-mäßig grün-gelb-rot geburstet".

Jawoll, ein neues Projekt ... welches aber erst viel später, nämlich im Jahr 2020, endlich zur Vollendung kommen sollte. So kann das gehen mit den Superstars – siehe auch Bob Dylan.

Endlich konnte ich Pierre auch den bereits erwähnten Tweed-Koffer vermachen. Und gen Abend luden wir die Jungs auf eine echt gut gemachte Paella in das galizische Restaurant „Terra Celta“-Restaurant gleich bei uns um die Ecke ein. Und ich glaube kaum, dass es da, wo diese Jungs herkommen, einen derart guten Spanier gibt! Danach noch einige Drinks vor dem Hotel an der Plaza Santa Ana, wo üblicherweise die Toreros absteigen.

Paloma und ich haben die Jungs jedenfalls bestens umsorgt und bekamen am Konzerttag eine äußerst angenehme „Retourkutsche“: Aufenthalt im Backstage-Bereich mit allem Drum und Dran. Als Mitbringsel hatten wir zwei Gitarren dabei, von denen wir den Stones eine Carlton für eine Versteigerung zwecks wohltätiger Zwecke (natürlich von den Stones signiert) überlassen wollten, und eine Outlaw, mit der Bitte, sie von Mick, Keith, Ronnie und Charlie für uns signieren zu lassen, denn die war für unser hannöversches Museum gedacht. Dass von den Stones signierte Instrumente oft für weit über 100.000 Euro wert sein konnten, ahnten wir damals nicht. Doch es sollten noch Jahre vergehen, bis wir die Outlaw endlich zurück bekamen. Mehr dazu später!

Bernabeo-Stadion, Madrid

Also, backstage im Bernabeo-Stadion, dem Heimatplatz von Real Madrid, meinem Hass-Verein. Und das neue, viel modernere Stadion meiner Lieblingsmannschaft Atletico Madrid existierte zu dieser Zeit noch gar nicht.

Jedenfalls ein imposantes Ambiente, und sie hatten wie immer diesen Laufsteg bis in die Stadionmitte gebaut, wo die Stones einen Blues-Set in alter Manier zum Besten geben würden.

Duesen on stage ...

Hier Ken mit einer DCC für die Versteigerung und die Outlaw, auf der ich den Soundcheck zelebrierte.

Ashtrays

Erstmal die Aschenbecher montieren! Die ringförmigen Stahlblechscheiben schraubte Pierre auf die Tischchen, worauf die im Boden der Ascher eingelassenen Neodym-Magnete praktisch unverrückbar andockten. Und darunter die beiden Löcher im Holz, welche die Saugschläuche aufnahmen, sodass jeglicher Qualm sofort unter der Bühne verschwand. Charly Watts war gerettet!

Soundcheck mit den Techs

Und dann sagte Pierre: „Los, lass uns den Soundcheck machen, und Du spielst Deine Outlaw über den Amp von Mick Taylor, der als „special guest“ auftreten würde. Jawoll, Outlaw eingestöpselt, aber erstmal passierte nichts weiter. Keiner fing an zu spielen. So intonierte ich erstmal das Intro des Roadhouse Blues in der Hoffnung, die Jungs würden darauf einsteigen. Wurde aber nicht angenommen. Klar hätte ich auch gern gesungen, aber die Mikros waren noch ausgeschaltet.

Man kann das alles von Paloma mitgeschitten auf Youtube sehen unter https://www.youtube.com/watch?v=c3pTvoXUMIU&feature=youtu.be. Mit der Outlaw über Mick Taylors Amp hatte ich einen super Sound, und man achte auf die gelben Gamaschen über meinen Birkenstock-Sandalen.

Doch damit nicht genug. Nach dem Genuss eines hervorragenden Caterings wurden wir dann Lichtpult geleitet, von wo wir einen 1A Blick auf die Bühne hatten. Das Konzert war ein echter Knaller. Diese Herren werden trotz zunehmenden Alters von Jahr zu Jahr immer besser. Und diese mitreißende Show dieser unglaublichen Musiker, und das mit all diesen visuellen Effekten, ist einfach nicht zu toppen.


Also, bis zum nächsten Mal!

Bass-Hardware

Ein etwas Wandré adaptiertes Hardware-Design ...





allerlei Designs ...

Hier sieht man sehr schön, wie der Ahornhals bis zum Tremolo-Vorderteil durchgeht. Halt „nur“ Holz statt Alu ... Letztlich ist daraus unser "Julia"-Modell geworden.

Z-Tuner

Unsere Z-Tuner hatten ja als "Kappe" über dem Gehäuse und dem Zahnrad ein Rändelrad, welches sich mitdreht, wenn man die Mechanik betätigt. Manche unverständige Gitarristen  dachten nun, dass man da irgendwie dran rumfuhrwerken sollte, wie bei einer Lock-Mechanik. Weit gefehlt!

Aber letztlich habe ich, um solchen Verirrungen entgegenzutreten, eine neue, duesige Kappe designt, die das Gehäuse auf herkömmliche Art verschließt. In der Mitte natürlich das Loch, durch das man die Saite zieht und dann abschneidet.

HSC-Bass-Pickups und mehr ...




Im Herbst bei Chechu eine Centollo-Zelebration

CNC

Da kam es endlich, das teure Trumm, welches uns allerlei Arbeit ersparen und für noch mehr Präzision sorgen sollte.