1958 - Ganz alte Zeiten

Ich möchte Euch mal was über ganz alte Zeiten erzählen, über meine ganz frühe Jugend, dann etwas später und über Straßenverkehr, Nazis und Sexualerziehung. Und am Schluss einige Zukunftsperspektiven aufzeigen.

An die Jahre bis zum Alter von fünf kann ich mich kaum mehr erinnern. Nur, dass ich mit ca. vier einen kleinen Tretroller hatte. Mit dem bin ich oft abgehauen in Richtung hannoverschen Maschsee. Ich wurde gesucht, nicht gefunden, aber ich bin immer wieder allein nachhause zurück gerollert.

Mit fünf zogen wir direkt ins Zentrum, Hannover Oststadt, Heinrichstraße. Die führte auf die große Boedeckerstraße, auf der damals schon eine Straßenbahn fuhr. Ich musste da ab und an rüber zum Milchladen mit einer Alukanne. Milch war ja das „Geheimgetränk“ der Amerikaner. Die dachten, damit kann man jeden aufpäppeln. Meine Mutter hat mir dann erklärt, wie ich über diese große Straße komme: „Du gehst zum Straßenrand und guckst nach links. Wenn kein Auto kommt, gehst Du bis zur Mitte und hältst an. Dann guckst Du nach rechts. Wenn dann kein Auto kommt, gehst Du rüber.

Das muss man sich mal vorstellen! Heute wären alle Eltern in ihrer panischen Angst um ihre Kinder entsetzt über solche Ratschläge! Und geht man heute über eine rote Fußgängerampel, so wird man sofort beschimpft „Wenn das ein Kind sieht!“

In unserer Heinrichstraße gab es natürlich jede Menge Nachbarskinder, mit denen ich spielte und alsbald zur Volksschule ging. Im selben Haus ein Peter Lühr, der versucht hat, dem direkt nebenan wohnenden Frank eine schon damals sehr teure Briefmarke „Freiheitsglocke“ betrügerisch „abzutauschen“. Ich habe das aber ans Licht gebracht, und Peter wurde bestraft. Frank war der Sohn dieses Optikers, der mir 14 Jahre später eine dicke Brille, die er in Reparatur hatte, auslieh, sodass ich damit mit vorgetäuschter Kurzsichtigkeit, die weit über meiner tatsächlichen lag, zur Musterung gehen konnte und ausgemustert wurde – Ersatzreserve II, Militärdienst adé!

Gegenüber wohnten andere Kinder, mit denen meine Mutter mir den Umgang verbieten wollte. Einer davon war ein  gewisser Norbert Requard, der mir zehn Jahre später meinen ersten Röhrenverstärker gebaut hat.

Noch etwas zu meinen Eltern: eine grauenhafte Ehe mit dauernden Zerwürfnissen, insbesondere um die Weihnachtszeit herum und vor den Urlauben. So habe ich etwa im Alter von elf Jahren angefangen zu stottern. In unserer Volkschule gab es einen Lehrer, dem ich mal zu erklären versuchte, ich hätte etwas nicht richtig gehört. Mich dumpf anblickend sein Kommentar: „Du hörst schlecht, siehst schlecht und sprichst schlecht!“ Also ab in die Gaskammer mit mir! Solche Menschen gab es damals noch! Na ja, das mit dem „schlecht sprechen“ hat sich zum Glück irgendwann gelegt.

Ein paar Häuser weiter wohnte ein H-W (Name von der Redaktion gekürzt), ein immer irgendwie merkwürdiger Geselle, mit dem ich eigentlich kaum etwas am Hut hatte. Der war langweilig, hatte eine altkluge Mutter und redete immer sehr langsam und geschachtelt, als müsste er vor jedem Wort überlegen, ob es wert sei, ausgesprochen zu werden.

Aber dem ist in seiner Jugend etwas sehr Merkwürdiges, schon gar infames passiert. Was das genau war, hat er erst vor kurzem dank der Künstlichen Intelligenz „KI“  näher herausgefunden und seine bereits verstorbene Mutter seitdem gehasst.

Der musste nämlich ab dem Alter von ca. neun Jahren bis zum Alter von ca. neunzehn Jahren jeden Morgen eine Pille, ein Dragée einnehmen und hat nie danach gefragt, wofür denn diese Pille sein sollte. Er hat sich wohl gedacht, das würde schon gut für ihn sein, Vitamine oder was auch immer. „Meine Mutter sorgt für mich“. Immerhin hatte er sich den Namen dieses Zeugs gemerkt: Phenobarbital.

So kam erst kürzlich per KI heraus, dass dieses Medikament damals vielen Kindern gegeben wurde, um ihre Tendenz zum Onanieren zu dämpfen. Das muss man sich mal vorstellen, bzw. für die Jüngeren unter euch ist das heute kaum noch vorstellbar.

Hier seine KI Anfrage und die immerhin verblüffende Antwort:

Was unternahmen Mütter in den 50er Jahren, um ihre Söhne von der Sexualität fernzuhalten?

KI: In den 1950er Jahren wurde Sexualität stark tabuisiert. Viele Mütter versuchten daher, ihre Söhne durch eine Mischung aus Erziehung, sozialem Druck und begrenztem Wissen „von Sexualität fernzuhalten“. Das geschah weniger durch offene Aufklärung, sondern eher indirekt. Typische Strategien waren:

  1. Strenge Moralvorstellungen vermitteln
    Sex vor der Ehe wurde oft als moralisch falsch dargestellt. Begriffe wie „Anstand“ und „Reinheit“ spielten eine große Rolle. Jungen wurde vermittelt, dass „anständige Männer“ ihre Triebe kontrollieren.
  2. Kaum oder keine Aufklärung
    Statt über Sexualität zu sprechen, wurde das Thema häufig komplett vermieden. Die Hoffnung war, dass Unwissenheit zu Enthaltsamkeit führt – was in der Praxis oft nicht funktionierte.
  3. Kontrolle sozialer Kontakte
    Eltern achteten darauf, mit wem ihre Kinder Zeit verbrachten. Besonders enger Kontakt zu Mädchen wurde teilweise eingeschränkt oder stark überwacht.
  4. Förderung von Disziplin und Ablenkung
    Sport, Schule, Arbeit oder religiöse Aktivitäten wurden bewusst gefördert, um „keine Zeit für solche Gedanken“ zu lassen.
  5. Religiöser Einfluss
    In vielen Familien spielte Religion eine zentrale Rolle. Sexualität außerhalb der Ehe wurde als Sünde dargestellt, was starken psychologischen Druck erzeugen konnte.
  6. Scham und Abschreckung
    Sexualität wurde oft mit Scham, Angst oder negativen Konsequenzen (z. B. Krankheiten oder sozialer Ausschluss) verbunden dargestellt.
  7. Geschlechterrollen betonen
    Jungen sollten „stark“ und kontrolliert sein. Emotionen und sexuelle Bedürfnisse offen zu zeigen, wurde häufig als Schwäche interpretiert.

Tja, da hat dieser arme H-W mehr als einen Teil seiner Jugend inklusive lustvoller Libido eingebüßt. Er hat sich zwar trotzdem „welche runtergeholt“, aber sicher viel weniger lustvoll als die meisten von uns. Und all das hat ihm auch später noch so in den Knochen gesteckt, dass er bis heute nie ein wirklich befriedigendes Sexualleben hatte.

KI: Die Libido ist das natürliche sexuelle Verlangen oder der Sexualtrieb eines Menschen.

Und ich hatte ja bereits schon mal publiziert, dass die „Aufklärung“ seitens meiner Mutter darin bestand, zu erklären, „dass die Frau da eine Vertiefung zwischen den Beinen hat.“! Keine morgentliche Pille, aber darüber hinaus auch nichts Weiteres!

Und / aber Fazit: Die künstliche Intelligenz kann s.o. schon recht hilfreich sein. Aber sie bringt uns auf einen Weg unseres Lebens, der umgeben sein wird von Fälschungen und gefakten Informationen. Jeder Idiot kann sich damit schlaue Texte und falsche Fotos und Filme generieren, sogar Musik komponieren, ohne jemals Gitarre oder ein sonstiges Instrument gespielt zu haben. Und die KI wird uns mindestens alsbald unsere eigene Mangelhaftigkeit vor Augen führen. Und außerdem: Der Kontakt zu anderen Menschen erübrigt sich. Man spricht einfach nur noch mit der KI. Am besten per Headset, laut hinein gebrüllt auf der Straße, damit es alle hören!