2007 - Design und Möbel

Dies hier – geschrieben im Mai 2026:

Design hat mich schon immer interessiert und begeistert – nicht nur in Gitarren-Dingen.

Mein Vater, ein ehrenwerter Bundesbahn-Jurist, hatte einen guten Geschmack. Die elterlich Wohnung beinhaltete dänische Holzmöbel, klares, schlichtes Design. Erst als er in die Jahre gekommen war, fing meine Mutter an, entsetzliche Dinge wie z.B. ein englisches Frühstücksgeschirr zu erwerben, rostrot-weiß, ein Teich mit einer Brücke darüber, jegliche Teller, Tassen und Schalen in diesem grauenhaften „Dekor“. Aber der Blick meines Vaters muss mich schon damals geschult haben.

Na ja, die Frauen setzen sich spätestens irgendwann durch. Die Ehe meiner Eltern war jedenfalls grauenhaft!

Also weiter in Sachen Design und Geschmack: 2007 kam ich auf die Idee, wir könnten in Hannover einen super Gitarrenladen eröffnen, bestückt mit exklusiven Duesenberg Gitarren und drum herum klassische Designmöbel. Und ebenfalls in diesem Jahr nach dem Besuch eines Designmuseums für Möbelklassiker in Paris kam ich auf die Idee, nach Sesseln wie den dänischen „Swan Chair“ oder „Tulip Chair“ von Arne Jacobsen etc. zu suchen. Auf einer chinesischen Website entdeckte ich Kopien, die auf den Fotos wirkten wie originalgetreue Nachbildungen. Ich war wie angestochen und setzte mich in Verbindung mit dieser China-Firma. Preise: unglaublich billig. Ein paar für mich und den Rest verschenken und verkaufen! Ich fasste mir ein Herz und bestellte einen 20 Foot Container voll mit diesen Sesseln und Stühlen.

Was dann 2 Monate später ankam, erfüllte meine hohen Erwartungen leider gar nicht. Die einzig korrekte Nachbildung war dieser „Ball-Chair“ aus Plexiglas, den man unter der Decke oder draußen an einem stabilen Ausleger aufhängt. Die anderen Sitzmöbel waren viel zu dick aufgepolstert, hässlichste Stoffe, üble Gerüche, Pfui Deibel.

Aber in diesen Jahren zwischen 2000 und 2008 habe ich jede Menge deutsche Designmöbel aus den 30er Jahren erworben, „Mauser Rundform“ Tische,  Sideboards und Freischwinger, die damals in den Chef-Etagen zuhause waren. Dazu jede Menge dieser fantastischen „Sistrah“ Lampen etc. Das meiste davon schmückt meine Madrider Wohnung und das Haus in Cádiz. Die Sistrah Lampen kosteten mich damals nur wenig. Aber es ist wie mit meiner 59er Les Paul Junior. Die konnte man in den 80ern für unter $ 500 erwerben, heute geht es über € 10.000. Und von den Preisen der Mauser Möbel ganz zu schweigen!